Ausleitungsverfahren

Ausleitungsverfahren

Die klassische europäische Medizin basierte bis zum Beginn der naturwissenschaftlichen Ära im wesentlichen auf der Humoralpathologie. Diese verstand Krankheit als Störung des humoralen Milieus, also entstanden aus fehlerhafter Beschaffenheit und Verschlackung der Körpersäfte.


Hippokrates von Kos war der erste herausragende Vertreter der Humoralmedizin. Sein Ansatz war die Lehre von den vier Kardinalsäften Blut, Schleim, gelbe und schwarze Galle und den entsprechenden Temperamenten,  

welche bei Krankheit gestört waren. Sein Schluss aus der uralten Kenntnis von Zusammenhängen zwischen Körperinnerem und Hautoberfläche war, dass die Organe eines kranken Körpers "gereinigt" werden können, indem über äußerliche Maßnahmen schädliche Stoffe nach außen abgeleitet werden.

Daher stammt der Begriff "ausleitende Verfahren" Der bedeutendste humoraltherapeutische Arzt war Paracelsus von Hohenheim.

Die externen Anwendungen innerhalb der Humoralmedizin wurden nach dem Arzt und Forscher B. Aschner benannt und umfassen:

- blutiges und unblutiges Schröpfen
- Blutegelbehandlung
- Aderlaß
- Baumscheidt-Verfahren
- Cantharidenpflaster
- Fontanelle, Mini- und Mikrofontanelle


Mit Hilfe der Ausleitungsverfahren werden angestrebt: Verbesserung des Bindegewebsstoffwechsels, Immunstimulation, Ausscheidung von Schmerz- und Entzündungsmediatoren, Wirkung auf Reflexpunkte und -zonen.