Trauer- und Sterbebegleitung
Trauer um einen geliebten Menschen haben wir zunächst nicht gelernt, gar nicht lernen können. Erst wenn der Tod einer geliebten Person eingetreten ist, werden wir - oft ganz plötzlich - mit dieser Ausnahmesituation konfrontiert. Wir fühlen uns in den Grundfesten erschüttert, ringen um Fassung, müssen Dinge regeln, mit denen wir uns nie vorher befasst haben, und dazu sollen wir stark sein, alles bewältigen und vielleicht noch Andere trösten.
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Trauern ist wichtig, soll der Verlust verarbeitet werden und nicht bleibende Beeinträchtigungen hinterlassen. Trauern erfordert, wenn die Zeit dazu gekommen ist, Trauerarbeit, die niemand uns abnehmen kann.
Aber wann ist der Zeitpunkt dazu gekommen, und wie wird Trauerarbeit geleistet?
Sich in einer solchen krisenhaften Situation helfen zu lassen, ist ein Weg, angemessen umzugehen mit dem Thema Tod, mit den eigenen Ängsten, Befürchtungen, Wünschen.
Die Trauerbegleitung gibt dem Trauernden einen geschützten Rahmen, wo er/sie aufgefangen wird, sich der eigenen Gefühle bewusst werden kann. Der Trauerbegleiter stützt, um sich in der ersten Zeit nach dem Sterbefall über Wasser halten zu können. Es wird ein wirkliches Abschiednehmen ermöglicht, welches gerade bei plötzlichen Todesfällen oder auf Grund der im Zusammenhang mit der Bestattung zu regelnden Dinge oft anfangs gar nicht gelingen kann. Die Bedeutung des Verstorbenen für die trauernde Person wird beleuchtet, damit verbundene offene Fragen herausgearbeitet und ein angemessener Rahmen für das Trauern gewählt. Der Blick wird nach und nach in die Zukunft gelenkt, auf das zukünftige Leben ohne den Verstorbenen. Sein Platz wird weiterhin im Herzen des/der Trauernden sein.
Sicherlich wird auch die Frage nach dem eigenen Tod ein Thema werden. Welche Wünsche habe ich für den Fall der Fälle? Was kann ich vorher noch klären? Was kann ich beeinflussen?
Ein Sterbefall stellt oftmals einen Wendepunkt im eigenen Leben dar; auch hier kann Trauerbegleitung unterstützen.
Sterbebegleitung hilft auf der einen Seite dem Sterbenden, im Rahmen seiner Möglichkeiten und in Anbetracht der unabwendbaren Situation "seinen Frieden" zu machen. Der/die Sterbende soll die Möglichkeit der Selbstbestimmung behalten, mit seinen Gefühlen ernst genommen werden, Hilfe sowohl bei Fragen der Behandlung als auch beim Abschiednehmen erhalten. Er/sie kann unter Umständen Einfluss nehmen auf den Ort des Sterbens, auf die dann anwesenden Personen, auf die spätere Bestattungszeremonie. Verbleibende Zeit kann vielleicht genutzt werden, um zwischenmenschliche Konflikte zu beenden, um der Liebe Ausdruck zu verleihen.
Wer mit sich im Reinen ist, wird den Schritt über die Schwelle des Todes angstfreier, gelassener und friedlich vollziehen können.
Begleitung benötigen in gleicher Weise die Angehörigen, die dem/der Sterbenden Hilfestellung geben möchten und dabei an die Grenzen der eigenen Kräfte stoßen. Das gemeinsame Gestalten der schweren Situation birgt zugleich die Chance einer großen, vielleicht zuvor nie gekannten Nähe und Verbundenheit.
