Mediation (Familienrecht)
"Durch eine Mediation bekommen Sie nicht Recht,
aber Sie können Ihre Interessen verwirklichen."
Ein Streit um viel Geld, hohe Sachwerte oder um Kinder kann teuer und langwierig werden, wenn er vor Gericht ausgetragen wird. Denn Gerichtskosten und Anwaltshonorare steigen mit dem Streitwert. Hinzu kommt, dass der Ausgang eines Gerichtsverfahrens nur schwer voraussehbar ist:
"Auf hoher See und vor Gericht ist man in Gottes Hand"
lautet ein bekanntes Sprichwort. Selbst wenn man den Rechtsstreit gewinnt, ist man nicht unbedingt ein Gewinner. Denn man hat die andere Partei vor Gericht zum Verlierer gemacht und wird möglicherweise selbst zum Verlierer.
Gerade im sensiblen Bereich des Familienrechts ist es nicht sinnvoll, wenn es Gewinner und Verlierer gibt. Dies gilt nicht nur für die getrennten Paare, sondern besonders für die Kinder.
Diese Nachteile lassen sich durch Mediation vermeiden. Den Verfahrensgang, seine Dauer und die Kosten bestimmen die Parteien selbst. Unter der Vermittlung eines Mediators arbeiten sie unabhängig voneinander ihre wahren Interessen heraus. Der Mediator versucht dann, beide Interessen zu wahren, damit der Streit mit einer Win-win-Vereinbarung abgeschlossen wird. Diese Vereinbarung kann genauso vollstreckbar sein wie ein Urteil, wenn entsprechende Stellen (Anwalt, Notar) im erforderlichen, aber geringst möglichen Umfang eingebunden werden.
Amerikanische Unternehmen haben diese Vorteile längst erkannt, und viele schließen keine Verträge mehr ab ohne eine Klausel, dass im Falle eines Streites zunächst zwingend ein Mediationsverfahren zu durchlaufen ist.
Das Familienrecht stellt derzeit den wichtigsten Anwendungsfall für Mediation dar. Konflikte in den Bereichen Trennung, elterliche Sorge, Kindes- und Ehegattenunterhalt, Zugewinnausgleich, Umgangsrecht, Ehewohnung und steuerliche Fragen lassen es besonders wünschenswert erscheinen, zwei Gewinner aus der Situation hervorgehen zu lassen. Denn sie können, da sie ihr Gesicht wahren konnten, angemessen(er) miteinander umgehen, haben sie doch wegen der Kinder oft noch Jahre etwas miteinander zu tun.