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PaarsexualtherapieMit der Paartherapie sexueller Funktionsstörungen können nur Patienten behandelt werden, die in einer festen Partnerschaft leben und deren Partner bereit sind, an der Therapie mit teilzunehmen. |
Indikation
beim Mann | bei der Frau |
Die Therapie ist auch anwendbar, wenn beide Partner eine Funktionsstörung haben. Es ist unerheblich, ob eine primäre oder eine sekundäre Funktionsstörung vorliegt. Indiziert ist die Therapie jedoch nur bei chronifizierten Störungen; sonst reicht in der Regel Beratung aus.
Setting
Die Verteilte Therapie wird entweder mit einem einzelnen Therapeuten oder mit einem Therapeutenteam (bestehend aus einer weiblichen Therapeutin und einem männlichen Therapeuten) durchgeführt. Auf das Vorgespräch folgen Einzelexplorationen (mit lediglich je einer Person des Paares). In der nächsten Sitzung werden die Ergebnisse mit dem Paar besprochen. Im Anschluss daran kommt das Paar zweimal pro Woche in die Praxis zu Therapiesitzungen; dazwischen führen die Partner je zweimal zwischen den Sitzungen nach Verhaltensanleitungen des/der Therapeuten zu Hause bestimmte Übungen durch
Die Dauer der Therapie beträgt zwischen 15 und 45 Sitzungen.
Die Therapie kann auch als massierte Therapie mit einem Therapeutenteam und einer Behandlungsdauer von drei Wochen bei täglichen Sitzungen (6mal die Woche) durchgeführt werden. Um die erforderliche Zeit für die täglichen Übungen aufbringen zu können, müssen die Partner für diese Zeit Urlaub haben und frei von zeitaufwendigen sonstigen Verpflichtungen sein.
Zusätzliche Rahmenbedingungen müssen erfüllt sein; die Funktionsstörung darf nicht somatisch bedingt sein, parallel soll keine andere Psychotherapie laufen, es dürfen während der Therapie keine sexuellen Außenbeziehungen bestehen, und die Empfängnisverhütung muss sichergestellt sein.
Kontraindikationen stellen dar:
schwere Alkohol- und Drogenabhängigkeit und Psychosen
Therapieziele:
Ansatzpunkte sind das sexuelle Erleben und die sexuelle Beziehung des Paares. Durch die Therapie erhalten die Partner die Möglichkeit, Ursachen und Bedeutung ihres sexuellen Problems besser zu verstehen und zu erkunden, ob und wie sie ihre sexuelle Beziehung befriedigender, lebendiger und frei von hinderlichen Symptomen erleben können.
Das Therapiekonzept basiert auf einer verhaltenstherapeutischen Grundlage; die Patienten durchlaufen einen Prozess des Neu- und Umlernens, der es ihnen ermöglichen soll, ihre Schwierigkeiten abzubauen.
Grundlagen der Paarsexualtherapie:
Die Therapie beruht auf dem Konzept von Masters und Johnson; es handelt sich um eine Kombination von Verfahren, die zuvor entweder einzeln oder unsystematisch angewandt worden waren. Die von Masters und Johnson vorgeschlagene Therapie und ihre Variationen sind die am häufigsten angewandte und die erfolgversprechendste Psychotherapie sexueller Störungen. Es liegen Erkenntnisse aus drei Jahrzehnten klinischer Forschung zugrunde.
