Familienaufstellung

Familienaufstellung

Die Arbeit mit der Familienskulptur / Familienaufstellung gehört zu den interessantesten und erlebnisreichsten Methoden, welche die Familientherapie entwickelt hat.

Es wird ermöglicht, die Beziehungen und Interaktionen innerhalb der Familie in Haltung und Position darzustellen und einen ganzheitlichen Zugang zu dem komplexen System Familie zu eröffnen.


Die Technik ist in ihrer Handlungs- symbolik unabhängig von der jeweiligen Altersstufe, der jeweiligen Schichtzugehörigkeit und den damit verbundenen sprachspezifischen Symbolen und unabhängig von der jeweiligen Problematik /
Symptomatik einsetzbar.
Sie umgeht viele Abwehrformen
wie Rationalisieren und Intellektualisieren und führt daher oft schneller zu den wesentlichen Themen in der Familie, so dass diese anschließend im Rahmen einer Einzel- oder Familientherapie bearbeitet werden können. Doch auch ohne eine Therapie führt eine Familienskulptur für jeden Teilnehmer zu einer Klärung, zu neuen Sichtweisen und Verständnis, die absolut hilfreich sind.

Beispiel: In einem Familiengespräch im Rahmen eines Seminars, welches Virginia Satir leitete, beklagte sich die Mutter über die Tochter und machte ihr Vorwürfe. Virginia Satir unterbrach: "Ich möchte Ihnen einmal zeigen, was ich gesehen habe. Darf ich?~" Und sie nahm die Hand der Mutter und forderte sie auf, mit ausgestrecktem Finger auf ihre Tochter zu zeigen. Auf die Frage an die Tochter, was sie tue, wenn die Mutter sich so verhalte, drehte diese ihrer Mutter den Rücken zu. "Ist es das, was Sie wollen?", fragte Virginia Satir die Mutter. Diese verneinte.

Satir ließ die Mutter das Bild stellen, was ihr vorschwebte: die Tochter stehe ihr gegenüber und schaue ihr offen ins Gesicht. "Wie können Sie erreichen, dass ihre Tochter das tut?'' Die Mutter verwandelte den anklagenden Finger in eine offene Hand, und es war möglich, über die Bedürfnisse, Wünsche und Sehnsüchte der beiden Menschen zu sprechen.

Ablauf:

Ein Familienmitglied ordnet die Familienmitglieder - ohne Worte - so im Raum an, dass sich eine aus seiner Sicht stimmige Repräsentation der Beziehungen der Familie ergibt - wie ein Bildhauer, der eine Skulptur baut. Wenn dieses Bild steht, ergänzen die Rückmeldungen der anderen über ihre Gefühle, über Stimmigkeit und Unstimmigkeit das Bild, welches dann entsprechend verändert werden kann, oder es bleibt als ein Repräsentant für eine der vielen Perspektiven stehen: "So erlebt dieses Familienmitglied die Familie in diesem Moment" Der "Bildhauer" wird ermutigt, all diese Grundelemente zu verwenden, auszuprobieren und zu verändern, bis er oder sie zufrieden ist. Anschließend werden die Familienmitglieder aufgefordert, in der Position zu verharren und die damit verbundenen Empfindungen wahrzunehmen.

Die von den Familienmitgliedern angegebenen Gefühle, Veränderungswünsche und Alternativskulpturen können dann Gegenstand eines intensiven Veränderungsprozesses sein. Es ist ebenfalls möglich, nicht mit den echten Mitgliedern einer Familie, sondern auch mit fremden "Protagonisten" eine Familienskulptur zu stellen. Diese Arbeit ist ebenso effektiv.

Bei Familienaufstellungen arbeite ich grundsätzlich mit einer Co-Therapeutin zusammen. Zum einen hat sich bewährt, wenn auf Therapeutenseite Vertreter beiderlei Geschlechts vertreten sind, zum anderen sehen vier Augen mehr als zwei. Die Dauer der Aufstellungen beträgt insgesamt ca. drei Stunden. Regelmäßig biete ich Workshops zum Thema Familienaufstellung an.